Verfasst von: epunk82 | 25. August 2010

Die erste Gletscher-Tour

21.-23. August 2010:

Die Geschichte mit dem Eiger beginn nicht an diesem Wochenende und auch nicht an diesem Ort. Es soll aber trotzdem der Startpunkt für dieses Blog sein.

Es ist ein schöner Samstag im August, 9 Uhr. Wir werfen uns die schweren Rucksäcke auf die Buckel und starten voller Elan von München in Richtung Ötztal. Die Bahn soll es sein, die uns unserem Ziel näher bringt – das heißt geduldig sein. Fünfeinhalb Stunden dauert die Reise bis Obergurl im Ötztal. Doch damit ist nur die erste Etappe geschafft und jetzt wird es anstrengend.

Der Aufstieg zum Hochwilde-Haus wird uns die nächsten viereinhalb Stunden beschäftigen. Und dieser Weg offenbart den ersten schweren Fehler – im wahrsten Sinne des Wortes. Wieder einmal sind in den Rucksäcken zu viel Zeug. So zieht sich der Weg länger und länger. Erst mit dem Sonnenuntergang erreichen wir die Hütte. Völlig erschöpft, können wir uns nur noch über das Abendessen hermachen, bevor wir uns aufs Ohr hauen. Dank unserer Lagerkammeraden können wir eine unruhige Nacht mit wenig Schlaf verbringen.

Am nächsten Morgen ist der große Plan von der Überschreitung zum Pitztal verworfen; die Rucksäcke sind zu schwer und der Aufstieg war schon zu kraftzehrend. Aber das Gurgl-Tal bietet genügend Alternativen. So soll es also die Hohe Wilde (3482m) sein. Wir machen uns also auf den Weg zum Gurgler Ferner, den wir auf dem Weg zur Hohen Wilde überqueren müssen. Das wird meine erste Gletscher-Tour und sie beginnt gleich mit einem Problem. Eine breite Schmelzwasserrinne trennt uns vom Mitterkamm, an dem aber unser Weg entlang führt. Also gehen wir der Rinne entlang aufwärts, bis wir endlich eine Stelle zum Überqueren gefunden haben. Doch damit kommen ganz neue Probleme auf uns zu. Der Abschnitt auf der anderen Seite nicht sicher begehbar zu sein. Schließlich entscheiden wir uns, die Hohe Wilde für diesen Tag aufzugeben und schlagen einen anderen Weg ein. Das neue Ziel ist das Schwärzenjoch. Es liegt östlich von der Hohen Wilde und dem Annakogel und bietet einen wunderschönen Blick auf die beiden Gipfel.

Hohe Wilde und Annakogel

Der schwere Rucksack und die vielen Stunden in den Stiefeln lässt mich zweifel, ob dieses Hobby die Mühe wert ist. Doch dort oben, bei solchen Aussichten, verfliegt jeder Zweifel. Ja, es ist die Mühe wert!

Vor dort oben kann ich dann auch ohne einen Gipfelerfolg mit einem guten Gefühl den Abstieg zu Hütte wagen. Ein schöner Weg durch den Schnee, entlang am Schwärzenkamm, führt uns zurück zum Hochwilde-Haus. Nach gut fünf Stunden sind wir wieder zurück.

Nun liegen zwei anstrengende Tage hinter uns und wir wägen ab, wie nun weiter verfahren werden soll. Der Wille neue Touren in Angriff zu nehmen ist groß, doch die schmerzen in den Schultern mahnen zur Vernunft. Auch das Wetter kündigt einen wechsel an. Also soll am nächsten Tag der Abstieg folgen; doch nicht ohne noch einen Gipfel zu besteigen.

Der letzte Tag beginnt viel entspannter als der zuvor. Die Nacht war ruhig, denn wir waren diesmal alleine im Lager. Gemütlich starten wir also den Abstieg. Die Rucksäcke drücken wir kräftig in die Schultern, aber dennoch bleiben wir bei unserem Plan, doch noch einen Gipfel zu erklimmen.

Der Schönwies-Kogel (2324m) ist ein kleiner Gipfel, direkt am Rotmoos-Wasserfall. So kommen wir also doch noch zu einem versöhnlichen Abschluss an diesem Wochenende.

Zum Abschluss verlangt uns die Bahn noch einmal viel Geduld ab. In Innsbruck sitzen wir anderthalb Stunden fest, ehe wieder ein Zug nach München fährt.

Werbeanzeigen

Responses

  1. Elendiglich geile Tour, auch wenn nicht das dabei raus kam, was wir wollten. Aber im Nachhinein hat sich doch wieder alles zum Guten gewendet: Ich sage nur Steinbeis, Dubai und kennst Du eigentlich schon …


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: