Verfasst von: epunk82 | 8. Dezember 2011

Aggenstein

19. November 2011:

Nachdem im Sommer nicht so richtig viel an Kletterei ging, musste es zumindest einen versöhnlichen Abschluss für die Sommersaison geben. Ziel war diesmal der Aggenstein in den Tannheimer Bergen. Unser Start bei Ulm ließ eine einsame Kletterei vermuten – dichter Nebel und Temperaturen im tiefen einstelligen Bereich. Es gibt, weiß Gott, Schöneres.

Doch dann, am Parkplatz kurz vor Grän, die erste Überraschung: Herrlicher Sonnenschein und wohlige Wärme in der Sonne.

Also, auf ging es. Erst einmal 600 Höhenmeter ‚rauf zur Bad Kissinger Hütte. Auf dem Weg dorthin gab es noch ein herrliches Panorama ins Tal.

Der Weg war dann nach 1 3/4 Stunden auch erledigt und dort gab es schon die nächste Überraschung: In der Südwand hingen schon ein knappes Dutzend Kletterer. Das verleitete uns, dann noch ein kleines Päuschen einzulegen, um nicht mit den Anderen unterwegs zu kollidieren.

Doch danach haben auch wir uns in die Wand geschwungen, um diesem Jahr doch noch einen Gipfel abzuringen. In fünf Seilenlängen führte uns unsere Route hinauf zum südlichen Vorgipfel. An sich nicht schwer. Aber das Klettern draußen am Fels ist dann doch noch etwas anderes als in der Halle. Da muss ich mich immer erst wieder dran gewöhnen.

Schließlich haben wir dann aber den Vorgipfel erreicht.

Von dort aus ist es nur noch ein kurzes Stück zum Hauptgipfel, den man in Hintergrund sehen kann. Damit war es dann auch geschafft – der erste gemeinsame Gipfel vom unglaublichen Hulk und Iceman.

Noch ein kurzer Blick zurück auf den südlichen Vorgipfel, hinter dem die Sonne schon langsam ihren Abgang in Angriff nahm, bevor auch wir uns dem Abstieg zuwendeten.

Aggenstein und Bad Kissinger Hütte

Da liegt er nun hinter uns, der Aggenstein und die neue Eis-Saison vor uns.

Danke Aggenstein, danke Hulk!

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Verfasst von: epunk82 | 16. März 2011

Mixed… oder so ähnlich

22. Januar:

Eine kurze Anekdote vom Sylvenstein:

Wenn es eine paar Wochen warm ist, bevor es eine gute Woche wieder eisig kalt wird, kann sich Eisklettern auch so darstellen:

Da es ein bisschen Fels und wenig Eis war, definiere ich das jetzt mal als mixed Klettern. 😉 So habe ich wenigstens mal wieder geduscht.

Verfasst von: epunk82 | 9. März 2011

Das Eis ruft

3.-5. Januar 2011:

Was für eisige Tage. Man könnte meinen es ist Winter. Beste Voraussetzungen fürs Eisklettern.

Erste Station ist der Eistobel bei Isny.

Ganz so super sind die Bedingungen dann doch nicht. Das Eis ist sehr spröde und es liegt einiges an Schnee darüber. Aber wo wir schonmal da sind, bleiben wir auch da. Mit kräftigen Schlägen hauen wir die Eisgeräte in das Eis, das explosionsartig abplatzt und uns in die Gesichter fliegt… ein Heidenspaß. Doch irgendwann gehen die Vorräte aus und die Kälte dringt durch die Klamotten, was uns dann doch zum Aufbruch bewegt.

Zweiter Tag, zweites Ziel: die Gaisalpe.

Die Gaisalpe an sich ist ein schönes Fleckchen bei Obersdorf. Wir merken aber schnell, dass wir hier einige Meter höher sind und der Wind pfeift gnadenlos über den Sattel; es sind gefühlte -30°C. Aber der einstündige Aufstieg lohnt sich; das Krümelmonster sieht super aus.

Wer glaubt, dass sich die Eisverhältnisse über Nacht geändert habe, der irrt. Wenn der unglaubliche Hulk das Eis malträtiert, fliegen nur so die Fetzen. Jeder Schlag sprengt das Eis und jeder Eisschraube erzeugt Risse bis zu Äquator. Aber trotzdem ist es eine Mordsgaudi. Völlig durchgefroren kehren wir zum Auto zurück. Der Soundtrack für unsere Eiskletter-Touren steht fest: „Cold as ice“.

Nun dann, aller guten Dinge sind drei: Noch einmal geht es zum Eistobel.

Es ist Zeit die Ansprüche etwas höher zu hängen, oder ein paar Grad mehr gehen immer. Naja, das hatte ich mir doch einfacher vorgestellt, als es tatsächlich ist. Die Belastung für die Arme steigt extrem an, bloß weil das Eis ein bisschen steiler ist.Das bringt mich dann doch sehr schnell an meine Grenzen. Zum Glück ist die Eissäule nicht allzu hoch. So erhalte ich recht bald wieder eine Verschnaufpause. Dafür bekomme ich eine Vorstellung von Eleganz beim Eisklettern geliefert.Mit diesem Eindruck endet unser Neujahrs-Eisklettern.

Verfasst von: epunk82 | 7. März 2011

Kaisertal

1./2. September 2010:

Es ist grad erst eine gute Woche her, dass ich aus den Alpen zurückgekehrt bin und schon wieder geht es hinein. Diesmal nicht ganz so weit. Für die Zwei-Tages-Tour soll das Kaisertal das Ziel sein. Auf der Tour begleitet mich unserer Projekt-Supporter Hans.

Ausgangspunkt für die Tour ist Kufstein, ein kleiner Ort am Inn, direkt hinter der deutsch-österreichischen Grenze. Bevor wir starteten, stärkten wir uns noch kurz mit einem Imbiss beim Bäcker. Hier wäre die Tour auch schon fast vorbei gewesen, als mir mein Herz beinahe stehen blieb. Unerwartet und mit lautem Knall zerschellte ein Kuchen samt Porzellanteller direkt hinter meinem Rücken auf dem weißen Fliesenboden.

Nach dieser kurzen Stärkung begannen wir mit den Aufstieg. Mit strammen Schritt marschieren wir immer dem Kaiserbach nach, vorbei am Pfandlhof und auf dem bequemen Schotterweg bis  zum Hinterbärenbad. Dort ist ein die Vielen, die dem Wilden Kaiser zum Opfer gefallen sind, ein Denkmal gesetzt. Noch ein kurzes Stück weiter kamen wir zum Kaisertalhaus. Inzwischen hatte ein leichter Nieselregen eingesetzt. Wir nutzen die Gelegenheit, um eine kurzes Picknick unter einer großen Tanne (vielleicht war es auch ein anderes Nadelgehölz) einzugelegen.

Von dort aus führte uns nun ein Waldweg mit steigerem Anstieg weiter die letzten 500 Höhenmeter bis auf die Stripsenjochhütte, die unserer erstes Tagesziel sein sollte. Dort oben lang dann auch tatsächlich Schnee. Wir nutzen den Rest des Tages für eine ausgiebige Stärkung und planten den darauf folgenden Tag.

Am nächsten Morgen startet wir in Richtung Vorderkaiserfeldenhütte. Da das Stripsenjoch uns direkt im Wege stand, habe wir es auch sogleich bezwungen.

Die 230 verbleibenden Höhenmeter nahmen wir in einem Rutsch. Damit hatte wir bereits nach einer halben Stunde unseren ersten Gipfel an diesem Tag erklommen.Die zwanzig Zentimeter Schnee auf der Nordseite haben den Abstieg schwieriger gemacht, als es der Aufstieg war. Aber mit einigen Rutschpartien gefolgt von einer Schlammschlacht auf dem Feldalmsattel erreichten wir den Höhenweg, der uns mit viel Gegenverkehr von der Hochalm bis zur Vorderkaiserfeldenhütte auf 1388 m führte, wo wir am Mittag eintrafen.

Ursprünglich hatten wir geplant auch dort noch eine Nacht zu bleiben und am nächsten Tag vor dort aus eine Tagestour zu unternehmen. Aber die Gastfreundschaft war so herzlich, dass wir uns dazu entschlossen nach am selben Tag wieder abzureisen. Doch zuvor war noch ein Gipfel fällig. So sind wir noch behände auf die Naunspitze mit 1633 m aufgestiegen, wobei sich die letzten 50 Meter über ein Geröllfeld als recht tückisch erwiesen.

Aber es hat sich gelohnt. Von der Naunspitze hatten wir einen herrlichen, weiten Blick über dass Inntal bei bestem Wetter. Mit dieser Befriedigung konnten wir ohne Groll das Kaisertal verlassen, sodass wir am Abend wieder in München waren.

Verfasst von: epunk82 | 25. August 2010

Die erste Gletscher-Tour

21.-23. August 2010:

Die Geschichte mit dem Eiger beginn nicht an diesem Wochenende und auch nicht an diesem Ort. Es soll aber trotzdem der Startpunkt für dieses Blog sein.

Es ist ein schöner Samstag im August, 9 Uhr. Wir werfen uns die schweren Rucksäcke auf die Buckel und starten voller Elan von München in Richtung Ötztal. Die Bahn soll es sein, die uns unserem Ziel näher bringt – das heißt geduldig sein. Fünfeinhalb Stunden dauert die Reise bis Obergurl im Ötztal. Doch damit ist nur die erste Etappe geschafft und jetzt wird es anstrengend.

Der Aufstieg zum Hochwilde-Haus wird uns die nächsten viereinhalb Stunden beschäftigen. Und dieser Weg offenbart den ersten schweren Fehler – im wahrsten Sinne des Wortes. Wieder einmal sind in den Rucksäcken zu viel Zeug. So zieht sich der Weg länger und länger. Erst mit dem Sonnenuntergang erreichen wir die Hütte. Völlig erschöpft, können wir uns nur noch über das Abendessen hermachen, bevor wir uns aufs Ohr hauen. Dank unserer Lagerkammeraden können wir eine unruhige Nacht mit wenig Schlaf verbringen.

Am nächsten Morgen ist der große Plan von der Überschreitung zum Pitztal verworfen; die Rucksäcke sind zu schwer und der Aufstieg war schon zu kraftzehrend. Aber das Gurgl-Tal bietet genügend Alternativen. So soll es also die Hohe Wilde (3482m) sein. Wir machen uns also auf den Weg zum Gurgler Ferner, den wir auf dem Weg zur Hohen Wilde überqueren müssen. Das wird meine erste Gletscher-Tour und sie beginnt gleich mit einem Problem. Eine breite Schmelzwasserrinne trennt uns vom Mitterkamm, an dem aber unser Weg entlang führt. Also gehen wir der Rinne entlang aufwärts, bis wir endlich eine Stelle zum Überqueren gefunden haben. Doch damit kommen ganz neue Probleme auf uns zu. Der Abschnitt auf der anderen Seite nicht sicher begehbar zu sein. Schließlich entscheiden wir uns, die Hohe Wilde für diesen Tag aufzugeben und schlagen einen anderen Weg ein. Das neue Ziel ist das Schwärzenjoch. Es liegt östlich von der Hohen Wilde und dem Annakogel und bietet einen wunderschönen Blick auf die beiden Gipfel.

Hohe Wilde und Annakogel

Der schwere Rucksack und die vielen Stunden in den Stiefeln lässt mich zweifel, ob dieses Hobby die Mühe wert ist. Doch dort oben, bei solchen Aussichten, verfliegt jeder Zweifel. Ja, es ist die Mühe wert!

Vor dort oben kann ich dann auch ohne einen Gipfelerfolg mit einem guten Gefühl den Abstieg zu Hütte wagen. Ein schöner Weg durch den Schnee, entlang am Schwärzenkamm, führt uns zurück zum Hochwilde-Haus. Nach gut fünf Stunden sind wir wieder zurück.

Nun liegen zwei anstrengende Tage hinter uns und wir wägen ab, wie nun weiter verfahren werden soll. Der Wille neue Touren in Angriff zu nehmen ist groß, doch die schmerzen in den Schultern mahnen zur Vernunft. Auch das Wetter kündigt einen wechsel an. Also soll am nächsten Tag der Abstieg folgen; doch nicht ohne noch einen Gipfel zu besteigen.

Der letzte Tag beginnt viel entspannter als der zuvor. Die Nacht war ruhig, denn wir waren diesmal alleine im Lager. Gemütlich starten wir also den Abstieg. Die Rucksäcke drücken wir kräftig in die Schultern, aber dennoch bleiben wir bei unserem Plan, doch noch einen Gipfel zu erklimmen.

Der Schönwies-Kogel (2324m) ist ein kleiner Gipfel, direkt am Rotmoos-Wasserfall. So kommen wir also doch noch zu einem versöhnlichen Abschluss an diesem Wochenende.

Zum Abschluss verlangt uns die Bahn noch einmal viel Geduld ab. In Innsbruck sitzen wir anderthalb Stunden fest, ehe wieder ein Zug nach München fährt.

Verfasst von: epunk82 | 24. August 2010

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Willkommen auf meinem neuen Blog.

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